Gesellschaft für Integrative Hörrehabilitation e.V. Potsdam
GIH-Potsdam e.V.

Medizinische Information

Voruntersuchungen

Im Rahmen der Voruntersuchung wird abgeklärt, ob eine CI-Versorgung sinnvoll und medizinisch möglich ist. Dazu bedarf es verschiedener spezieller Untersuchungen, die ambulant in der HNO-Klinik im Unfallkrankenhaus Berlin (Weitere Infos und Sprechstundentermine: www.bg-kliniken.de/de/main/klinik_fuer_hals-_nasen_und_ohrenheilkunde.htm) durchgeführt werden:

Im Informations- und Beratungsgespräch werden die Grenzen und Möglichkeiten des Hörens mit dem CI aufgezeigt und die Bestandteile sowie die Funktion des CI aufgeführt und erklärt. Mögliche Risiken werden erläutert sowie der Ablauf der Rehabilitation nach der Implantation vorgestellt. Die Patienten können alle Fragen klären, die sie für ihre eigene Entscheidung brauchen. Bei Kindern wird die Entscheidung für oder gegen eine CI-Versorgung gemeinschaftlich zwischen Patient, Eltern, Arzt, Pädagoge und ggf. weiteren direkt Beteiligten getroffen. Wenn der Gesamtbefund für eine CI-Versorgung spricht, wird ein Termin für die Operation vereinbart.

Die CI-Operation

Der Patient wird zur Operation stationär aufgenommen. Die Operation dauert ca. 3 Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Durch einen kleinen Hautschnitt hinter dem Ohr wird das Implantat mit dem Elektrodenträger eingeführt. Das Implantat wird am Schädelkochen unter der straffen Haut fixiert. Der Elektrodenträger selbst wird behutsam in die zuvor eröffnete Hörschnecke eingeführt und in seiner Position optimiert. Noch während der Operation wird neben den telemetrisch technischen Kontrollen auch erstmals die Wirkung der elektrischen Stimulation über das Implantat auf das Hörsystem gemessen. Die Messergebnisse dienen nicht nur der Funktionskontrolle, sondern liefern auch wichtige Informationen, die insbesondere bei der Anpassung des Sprachprozessors bei Kindern benötigt werden.

Durch die minimalinvasive Operationstechnik kann oftmals das Restgehör erhalten bleiben. Komplikationen sind sehr selten. Je nach Verlauf der Wundheilung dauert der stationäre Aufenthalt in der Regel vier bis sieben Tage. Der Patient / die Patientin erhält vor der Entlassung einen CI-Ausweis, der als Nachweis für das Implantat dient. In den kommenden Wochen muss die Wunde heilen. Während dieser Zeit kann man auf der CI-versorgten Seite noch nichts hören.

Erstanpassung des Sprachprozessors

Etwa vier Wochen nach der Operation erfolgt die erste Anpassung (EA) des äußeren Teils des Cochlea Implant Systems, d.h. des Sprachprozessors mit Mikrofon und Spule. Die Erstanpassung im Unfallkrankenhaus Berlin dauert in der Regel 45 Minuten. Die weitere ambulante Anpassung übernimmt dann das Hörtherapiezentrum Potsdam. Als  Anpassung“ bezeichnet man die Programmierung oder individuelle Einstellung des Sprachprozessors, denn auf komplexe Weise werden Frequenzen, Mikroempfindlichkeit und Impulsverarbeitung angepasst, bis ein angenehmer Klangeindruck und gutes Sprachverstehen erreicht sind. Dazu arbeiten – ähnlich wie beim Hörtest – Audiologe und CI-Träger konzentriert zusammen. Das Sprachprozessorprogramm wird nach und nach individuell an das persönliche Hörempfinden angenähert, denn auch mit einem CI hört jeder Mensch unterschiedlich.

Infos zur ambulanten Rehabilitation im Hörtherapie-Zentrum Potsdam finden Sie unter: www.htz-potsdam.de/reha.htm.

Text und Abbildungen stellte das Hörtherapiezentrum Potsdam (www.htz-potsdam.de) zur Verfügung