
Gesellschaft für Integrative Hörrehabilitation e.V. Potsdam
GIH-Potsdam e.V.
Das Cochlea Implantat (CI) ist eine elektronische Innenohrprothese, mit der ertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen eine deutliche Verbesserung ihres Hörvermögens erzielen können. Das CI stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, bei ausgefallenem Innenohr mit Hilfe elektrischer Reizung Hörempfindungen und Sprachverstehen zu ermöglichen.
Insbesondere bei gehörlosen Kindern mit einer angeborenen oder erworbenen Taubheit gilt heute die Versorgung mit einem CI als Therapiemethode der Wahl. Die guten Erfolge in Hinblick auf die Hör- und Sprachentwicklung sind maßgebend. Bei ertaubten Erwachsenen führt die CI-Versorgung in nahezu allen Fällen zu einem verbesserten Sprachverständnis. In manchen Fällen ist es den Betroffenen sogar wieder in einem gewissen Rahmen möglich, zu telefonieren oder Musikeindrücke zu empfinden.
Die einzelnen Bestandteile eines CI:

Das gesamte System besteht aus den implantierten Elementen 3 und 4, die unter der Haut im Schädelknochen bzw. im Innenohr sitzen, und dem außen am Ohr getragenen Gerät 1 und 2. Die Sendespule auf der Kopfhaut sitzt dank eines justierbaren Magneten direkt über der Empfängerspule unter der Haut, denn der Bereich heilt nach dem Eingriff wieder völlig geschlossen ab. Alle außen am Ohr getragenen Elemente sind abnehmbar und individuell vom CI-Träger einstellbar. Alle Abbildungen sind beispielhaft, denn je nach Hersteller sind die CI-Systeme unterschiedlich konstruiert.

Ein Mikrofon, das hinter dem Ohr getragen wird, nimmt die akustischen Schallwellen auf und leitet diese zum Sprachprozessor. Dort werden die Schallwellen in digitale kodierte Signale umgewandelt und an die Sendespule übertragen. Über die Sendespule werden die Signale an die unter die Haut implantierte Empfängerspule gesendet. Diese wandelt die kodierten Signale in elektrische Impulse um und leitet sie an den Elektrodenträger weiter. Die Anordnung der Elektroden und ihre Reizung führen zu einer Stimulierung der Hörnervenfasern in der Hörschnecke – im Gehirn entsteht ein Höreindruck.
Text und Abbildungen stellte das Hörtherapiezentrum Potsdam (www.htz-potsdam.de) zur Verfügung